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Tahir und seine Freunde baten mich "auf Knien",
nicht dort zu schlafen - es sei sehr gefährlich dort.
Der Ort befindet sich ca. 8km entfernt von Tahirs Grundstück
... es ist nichts und niemand dort - weit und breit. Ich
ging und hängte mein Moskito-Netz dort auf...
Es war eine sehr unruhige Nacht. Einmal erwachte ich und
hörte die Violine von Robinson. Ich stand auf und
ging ihm durch das Tor entgegen... Mensch, was machst
du denn hier in der Dunkelheit? Wie hast du es geschafft,
im Dunkeln hier her zu kommen, fragte ich ihn... Er grinste
und spielte weiter... und plötzlich verstummte die
Musik - und da war niemand. Ich erwachte - und da war
niemand... das war sehr unheimlich.
Wieder
erwachte ich von lautem Getrappel. Überall waren
Schafe. Ich dachte: hoffentlich trampeln die mir jetzt
nicht über meinen Schlafplatz und mich. Sie liefen
direkt an mir vorbei - hinter dem Zelt. Zuletzt kam jemand
mit schweren Stiefeln hinterdrein. Ich konnte ihn nicht
sehen - aber deutlich hören und ich spürte die
Vibration am Boden. Und plötzlich war da wieder Stille
- nur die Zikaden lärmten noch. Ich erwachte - und
da war niemand. ... jetzt war es noch unheimlicher.
Ich
erwachte, und lag neben einer Hecke. Nein - wie komme
ich jetzt hierher, dachte ich? Und wo sind meine Sachen?
Ich schaute auf den Boden und da lag alles: mein Moskitonetz,
mein Schlafsack, mein Essen, das ich mitgebracht hatte.
Oh - wie kann das sein, dass ich nichts gemerkt hatte,
dass man mich woanders hingebracht hatte??? Hatten sie
mich auf einer Trage hierher getragen? Ich schaute noch
mal hinunter. Da lagen all meine Sachen fein übereinander.
Ich schaute mich um, kannte mich hier überhaupt nicht
aus. Ich kannte diese Stadt gar nicht. Wohin ich auch
ging, ich kam immer in einer Sackgasse heraus.... es dauerte
ewig, bis es mir dämmerte: "Mensch, das hier
ist nicht echt!" Und ich erwachte, und da war nichts,
nur die Zikaden lärmten - und neben mir war auf Kopfhöhe
ein großes Loch, aus dem unheimlich modrig riechend
kalte Luft aus der Erde kam. Ich hatte dieses Loch am
Tag mit einen großen Felsbrocken zugemacht.
jetzt
war es wirklich unheimlich.
Ich
verbrachte lange Zeit auf der Mauer sitzend und erwartete
hoffnungsfroh die Morgendämmerung. Aber ich schlief
wieder ein. Diesmal schlief ich selig und erwachte erst
lange nach dem Sonnenaufgang.
Als
ich am nächsten Morgen wieder zurück zu Tahir
und Robinson kam, fragten sie mich, ob ich nicht dem Teufel
begegnet sei, der hause nämlich dort. Und ich sagte:
"Na - und ob ich dem begegnet bin... er hat mich
dreimal gefoppt - aber ich bin immer wieder friedlich
eingeschlafen..." Da standen ihnen die Haare zu Berge.
Und ich freute mich, dass sie zu ihren Geistergeschichten
nun noch eine hinzufügen konnten. So würde dieser
Ort auf alle Fälle noch lange so "unberührt"
erhalten bleiben!
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